Die Partnerschaft zwischen deutschen Unternehmen und Univates zielt darauf ab, eine Verbrennungsanlage zur Energieerzeugung zu installieren

Pro Redaktion Veröffentlicht 18.05.2022

Die Fundação Proamb, die für ihre Pionierarbeit bei der Einführung von Technologien im Dienste des Umweltmanagements im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung anerkannt ist, ist einer der Akteure, die an einem internationalen Kooperationsprojekt zur Verbesserung der Abfallbewirtschaftung in Serra Gaúcha beteiligt sind.

Abschließender Punkt dieser Initiative, an der sich deutsche Organisationen und die Universidade do Vale do Taquari – Univates beteiligen, ist der Vorschlag, im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Verbraucherschutz.

Die auch als thermische Verwertung bezeichnete Technologie ermöglicht eine nachhaltige Energiegewinnung aus der Verbrennung von Abfällen. Beim Verbrennen entsteht thermische Energie, die später in elektrische Energie umgewandelt wird. Laut Márcio André Kronbauer, Produktionsingenieur bei Proamb, haben Brasilien als Ganzes und die Serra ein großes Potenzial, das es zu erforschen gilt. Bei einer Bevölkerung von rund 1 Million Einwohnern in der Region Bento Gonçalves und Caxias do Sul „wird geschätzt, dass jede Person etwa ein Kilo Abfall pro Tag produziert. Damit könnten wir monatlich etwa 15 Megawatt Strom erzeugen“, prognostiziert er.

Mit dieser Menge könnten beispielsweise rund 100.000 Haushalte versorgt werden. Aber das ist nicht der einzige Vorteil. Ein weiterer Gewinn wäre die Nutzung von Wärme in Form von Dampf zum Antrieb von Kesseln. Neben der Nutzung von Abfällen reduziert es auch die Menge, die auf Deponien landen würde. In Brasilien werden etwa 90 % des Abfalls in solchen Räumen deponiert.

Proamb übernimmt in diesem Projekt die Rolle des Wissensvermittlers zwischen Deutschland und Brasilien, während Univates die technische Analyse der Abfallproben durchführt. Die deutschen Projektpartner stellen alle zur Verfügung Fachwissen rund um die Kraftwerkstechnik und deren Anwendung. Envitecpro hat das Projekt entwickelt und ist verantwortlich für Management, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Die Dornier Group (ehemals IBS Technik) vermittelt Wissen zur thermischen Verwertung und zum Anlagenbetrieb. BN Umwelt unterstützt als umwelttechnischer Dienstleister mit Planungsexperten in der Anlagenplanung und Umweltbildung.

Waste2Brazil ist ein Projekt, das darauf abzielt, die Öffentlichkeit durch Informations- und Bildungsveranstaltungen in Brasilien für die Vorteile einer Kreislaufwirtschaft und Umwelttechnologien zu sensibilisieren. Das Projekt startete im Herbst 2020. Im Winter 2021 wurde gemeinsam mit den deutschen Partnern erstmals ein innovatives digitales Format der Weiterbildung durchgeführt. Dafür wurden virtuelle Live-Spaziergänge in einer PET-Recyclinganlage, in einer städtischen Müllverbrennungsanlage und in einer geordneten Mülldeponie in Deutschland ermöglicht. Die Teilnehmer konnten deutschen Experten vor Ort Fragen auf Portugiesisch stellen.

Derselbe Kurs wurde wiederholt online für Techniker des Umweltministers von Bento Gonçalves, Staatsstiftung für Umweltschutz Henrique Luis Roessler (Fepam), Sekretär für Umwelt und Infrastruktur (Sema) RS, zusätzlich zu Professoren von Univates, Mitgliedern von Proamb und dem Intercommunal Consortium for Nachhaltige Entwicklung Serra Gaúcha (Cisga) zu Beginn des Projekts.

Seitdem wurden mehrere Maßnahmen ergriffen. Darunter Sammeln von Abfalldaten im Cisga-Gebiet, Besuche in Fabriken in Deutschland und sogar Schulungen online von nationaler Tragweite, an der Vertreter von Behörden wie der Umweltgesellschaft des Bundesstaates São Paulo (Cetesb) teilnahmen, gleichbedeutend mit Fepam in Rio Grande do Sul.

Als nachhaltiges Symbol der Zusammenarbeit im Waste2Brazil-Projekt pflanzte Proamb im September Bäume in seiner Co-Processing-Einheit in Nova Santa Rita. Aktuell führt das Projekt die Analyse der Mülltrennung für das Gebiet von Bento Gonçalves durch, deren Fertigstellung für Mitte 2022 geplant ist. Im Dezember 2021 führte Univates über das Forschungszentrum für nachhaltige Energie und Technologien (Cpets) von Tecnovates die erste Phase der Abfallsortierungsanalyse durch. Vorläufige Ergebnisse wurden von Professor Odorico Konrad auf der vorgestellt Online-Workshop „Waste2Brazil: aktuelle Situation und Entwicklung“, am 27. und 28. April 2022. Die zweite Phase der Screening-Analyse wird voraussichtlich im Winter (Brasilien) 2022 durchgeführt.

In diesem Jahr wird das Projekt von Mai bis Juni auf der weltgrößten Umweltmesse IFAT in Deutschland präsentiert. In Fortsetzung des Austauschs werden die Deutschen dann 2023 die von Proamb geförderte Fiema-Messe besuchen, eine Phase des Projekts abschließen und den Beginn einer neuen markieren, der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Installation des Systems.

Erfahren Sie mehr über das Projekt: https://www.waste2brazil.com/pt-br/start-portugues/

Text: Univates und Exata Comunicação e Eventos/Proamb

Bilder: Exact Communication and Events/Proamb


Aldrich Sachs

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