Politisch motivierte Straftaten erreichen Rekord in Deutschland – 18.01.2022

Politisch motivierte Straftaten erreichen in Deutschland einen Rekord – Das Land verzeichnete im Jahr 2021 mehr als 47.000 Vorfälle. Fast die Hälfte der Straftaten wurden Angehörigen der extremen Rechten zugeschrieben. Die Behörden weisen darauf hin, dass die durch die Pandemie verursachten Spannungen zu dem Anstieg beigetragen haben. Politisch motivierte Straftaten haben in Deutschland im Jahr 2021 einen Rekord erreicht, so die am Dienstag (18.01.) vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Daten. Die Zahl der Straftaten war die höchste seit 2001, als mit der Datenerhebung begonnen wurde.

Die vorläufigen Daten, die auch einen Anstieg solcher Straftaten um rund 6% im Vergleich zu 2020 zeigten, wurden auf Anfrage eines Abgeordneten der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) veröffentlicht, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. .

Insgesamt wurden laut BKA im Jahr 2021 47.303 Vorfälle als politisch motivierte Straftaten eingestuft. Die endgültige Zahl könnte noch höher sein, da die Antwort auf eine Anfrage vom 5. Januar gegeben wurde.

Gleichzeitig ist die politisch motivierte Gewaltkriminalität den Daten zufolge um etwa 6 % zurückgegangen. Dennoch wurden im Jahr 2021 120 Gewaltverbrechen gegen Beamte und gewählte Amtsträger registriert.

Mehr als 19.000 Straftaten wurden rechtsextremen Verdächtigen zugeschrieben, rund 9.000 wurden von Personen begangen, die als rechtsextrem gelten.

Mehr als 17.000 der Straftaten konnten von der Polizei nicht extrem linken oder extrem rechten Gruppen oder islamischen Bewegungen und anderen radikalen Zellen zugeordnet werden. Sicherheitsbeamte sagen, dass Spannungen inmitten der Coronavirus-Pandemie möglicherweise zu dem Anstieg beigetragen haben.

Unter den politisch motivierten Gewaltdelikten zählte die Polizei 1.047 Fälle, in denen Tatverdächtige nicht einem bestimmten politischen Spektrum oder einer religiösen Weltanschauung zugeordnet werden konnten. Im Jahr 2020 gab es 591 politisch motivierte Gewaltdelikte, deren Zuordnung ungewiss war.

Als Reaktion auf die verstärkte Verbreitung von Verschwörungstheorien und antisemitischen Ideologien inmitten der Pandemie hat der Bundesverfassungsschutz (BfV) im vergangenen Jahr begonnen, systematischer gegen Gruppen oder Strömungen zu ermitteln, die dies anstreben Förderung einer „allgemeinen Delegitimierung des Staates“.

jps (dpa)

Aldrich Sachs

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