Deutschland liefert erste Benin Bronzes an Nigeria – 01.07.2022

BERLIN (Reuters) – Die deutschen Behörden haben am Freitag die ersten beiden von mehr als 1.100 unbezahlbaren Skulpturen, die als Benin-Bronzen bekannt sind und von Europäern im 19. Jahrhundert geplündert wurden, nach Nigeria zurückgegeben.

Britische Soldaten plünderten etwa 5.000 der Artefakte – Schnitzereien und Gedenktafeln aus dem 13. Jahrhundert – als sie 1897 in das Königreich Benin im heutigen Südwesten Nigerias einmarschierten.

Die Objekte gelangten in Museen in Europa und den Vereinigten Staaten.

„Dies ist eine Geschichte des europäischen Kolonialismus. Wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland in diesem Kapitel der Geschichte eine aktive Rolle gespielt hat“, sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock anlässlich der Übergabe in Berlin.

Die ersten beiden Bronzen, von denen die eine den Kopf eines Königs und die andere einen König und seine vier Assistenten zeigt, werden von Nigerias Außenminister Zubairu Dada und Kulturminister Lai Mohammed persönlich entgegengenommen, die bei der Zeremonie anwesend waren.

Die Entscheidung Deutschlands, eine der größten Rückführungen historischer Artefakte durchzuführen, spiegelt ein wachsendes Bewusstsein in Europa für die anhaltende politische Relevanz kolonialer Plünderungen und vergangener Gewalt wider.

(Berichterstattung von Thomas Escritt)

Aldrich Sachs

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