Welche Fähigkeiten können Bundeswehren mit dem 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen finanzieren?

An diesem 3. Juni, wenige Tage nach Erzielung einer Einigung, die Abgeordneten des Bundestages [chambre basse du Parlement allemand] mit sehr großer Mehrheit angenommen [683 voix pour, 96 voix contre et 20 abstentions] die Verfassungsänderung [ou Loi fondamentale] um den Sonderfonds von 100 Milliarden Euro schaffen zu können, der die Mängel der Bundeswehr beheben soll.

Es bleibt abzuwarten, welche Prioritäten Berlin für seine Streitkräfte setzen wird … Die Presse jenseits des Rheins konnte ein Dokument in die Hände bekommen, in dem die Projekte aufgeführt sind, die von einer Finanzierung aus diesem Sonderfonds profitieren könnten.

Damit dürfte der Luft- und Raumfahrtsektor der große Gewinner sein, mit Investitionen in Höhe von insgesamt 40 Milliarden Euro. Genug, um den – angekündigten – Erwerb von F-35A-Jagdbombern zu finanzieren, damit die Luftwaffe ihre Teilnahme an der nuklearen Teilhabe der NATO sowie die von Eurofighter-Typhoon-Flugzeugen für elektronische Kampfeinsätze aufrechterhalten kann. Diese Geräte ersetzen die PANAVIA Tornado, deren Wartungskosten im betriebsbereiten Zustand anfallen [MCO] wird in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich zunehmen.

Der Kauf von 60 schweren Transporthubschraubern [HTL] CH-47F Chinook [au block II] werden ebenfalls aus diesem Sondervermögen finanziert. Sowie die Bewaffnung von MALE-Drohnen [Moyenne Altitude Longue Endurance] Reiher TP. Es käme auch in Frage, die Zahl der Seeaufklärer P-8A Poseidon zu erhöhen, von denen bereits fünf bei Boeing bestellt wurden, und die Flotte der von Airbus Helicopters gebauten Leichthubschrauber des Typs H145M zu verstärken. Derzeit sind 15 Exemplare ausschließlich für die Bedürfnisse der Spezialeinheiten im Einsatz.

Aus dem Sondervermögen werden Kooperationsprojekte finanziert. Das Dokument erinnert an das Luftkampfsystem des Futuf [SCAF], derzeit blockiert, weil Airbus sich weigert, die ihm von Dassault Aviation als Hauptauftragnehmer für das Kampfflugzeug, auf dem dieses Programm basieren soll, vorgelegte Vereinbarung zu unterzeichnen. Und auch das Main Ground Combat System [MGCS]Auch der deutsch-französische Panzer der Zukunft scheiterte an Meinungsverschiedenheiten zwischen den beteiligten Herstellern. Aber der Mk3-Standard des Tigne-Kampfhubschraubers wird nicht zitiert, noch wird Berlin die Absicht zugeschrieben, AH-64E Guardian zu erhalten [du moins, pour le moment].

Was die im Rahmen der Zusammenarbeit durchgeführten Projekte betrifft, so beabsichtigt Berlin, in das europäische Programm TWISTER zu investieren, das unter der Leitung Frankreichs darauf abzielt, ein Anti-Raketen-System auf der Grundlage eines multifunktionalen endo-atmosphärischen Abfangjägers zu entwickeln, um aufkommenden Bedrohungen entgegenzuwirken [dont celle les missiles hypersoniques].

Es überrascht nicht, dass Luftverteidigungssysteme zu den Prioritäten gehören. Insofern wäre die Bundesregierung an THAAD interessiert [Terminal High Altitude Air Defense] und der israelische Arrow 3, dessen leistungsstarkes „Super Green Pine“-Radar die Abdeckung Polens und der baltischen Staaten sicherstellen würde.

Die zweite große Achse der Modernisierung der Bundeswehr betrifft die Führungssysteme mit einem Umfang von rund 20 Milliarden Euro. Es wird darum gehen, ein Manko ersten Ranges zu beheben, nämlich die mangelnde Fähigkeit der deutschen Streitkräfte, auf sichere Weise zu kommunizieren. Mehrere Projekte sollen daher vom Manna des Sondervermögens profitieren, darunter auch der DLBO [projet Digitalization of Land-Based Operations]das Tactical Wide Area Network [TAWAN] oder Satellitenkommunikation.

16,6 Milliarden Euro stehen den deutschen Landstreitkräften zur Verfügung. Abgesehen von den für das MGCS geplanten Investitionen kommt von vornherein nicht in Frage, weitere Kampfpanzer Leopard 2A7+ anzuschaffen… Andererseits soll die Mechanisierte Infanterie in der Lage sein, ihre Marder-Panzerfahrzeuge zu ersetzen [probablement par un nouveau lot de Puma] und beschleunigt die Erneuerung seines Fuchs by ARTEC Boxer. Sowie die der Hochmobilitätsfahrzeuge Hägglung BV206.

Was die Deutsche Marine betrifft, so kann sie mit einem Aufwand von 20 Milliarden Euro zu ihren Gunsten rechnen. Genug, um es ihm zu ermöglichen, zu erhalten [outre les P-8A Poseidon déjà cité]zwei zusätzliche K-130-Korvetten [cinq ont déjà été commandées, ndlr] und den Erwerb von zwei F-126-Fregatten zusätzlich zu den vier geplanten in Betracht zu ziehen. Die Ambitionen des in Zusammenarbeit mit Norwegen durchgeführten U-Boot-Programms Typ 212CD könnten mit zwei weiteren Einheiten nach oben korrigiert werden.

Schließlich wird man sich auch um Kleingeräte bemühen, die für die „operative Kohärenz“ unerlässlich sind, auch wenn sie aufgrund mangelnder politischer Sichtbarkeit oft vernachlässigt werden. Zwei Milliarden Euro werden daher investiert, um die individuelle Ausrüstung der deutschen Soldaten zu verbessern [habillement, jumelles de vision nocturne, etc].

Zweck dieses Sondervermögens ist nicht nur der Lückenschluss, sondern auch die Stärkung der Fähigkeiten der Bundeswehr durch Anhebung der „Zielvorgaben“ bestimmter Programme, insbesondere im Marinebereich.

Wird Deutschland von den USA seit langem für seine geringen Militärausgaben kritisiert [que l’on se souvienne des « sorties » de Donald Trump à ce sujet…]es ist jetzt von … Russland.

„Wir nehmen dies als weitere Bestätigung dafür, dass Berlin den Weg der weiteren Remilitarisierung eingeschlagen hat. Wir wissen, wie es enden kann“, kommentierte die Sprecherin der russischen Diplomatie, Maria Zakharova, den „Sonderfonds“ für die Bundeswehr. Es besteht kein Zweifel, dass Moskau in den kommenden Tagen und Wochen, wie Peking es in Bezug auf Tokio tut, versuchen wird, Berlin in seine Vergangenheit und insbesondere in seine Aufrüstung vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zurückzuversetzen . Welt.

Aldrich Sachs

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