Der neue CDU-Chef. Friedrich Merz wird seine Rache aufgeben

Es ist unwahrscheinlich, dass Angela Merkel den neuen CDU-Chef ablösen wird.






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Friedrich Merz hat vor einigen Jahren den Kampf mit Angela Merkel verloren. Jetzt führt er die CDU

Die CDU, die Partei von Angela Merkel, wird ab Januar von einem Mann geführt, der das Recht hätte, sich nicht nur persönlich an der ehemaligen Parteichefin zu rächen, sondern auch für Fehler der Kanzlerin während ihrer Zeit abzurechnen lange Regel. Er ist der 66-jährige Friedrich Merz, der gerade die Unterstützung von fast zwei Dritteln der CDU-Mitglieder gewonnen hat. Im Januar wird er auf einem Parteitag offiziell nominiert. Er wird die Partei übernehmen, die am unteren Ende handelt.

Merz ist das Gegenteil von Merkel. Er hat seine hochkonservativen Ansichten oder politischen Ambitionen nie verheimlicht. Ersteres wird etwas abgeschwächt, indem die Notwendigkeit einer stärkeren Einbeziehung von Frauen in die Politik betont wird. Er machte seine Karriere in der CDU zu Beginn dieses Jahrhunderts und endete mit dem Posten eines Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, zu einer Zeit, als der Parteivorsitzende einem engstirnigen Männerclub glich, in dem die Rolle des Anstandsdamen anvertraut wurde Angela Merkel, während die Partei mit dem Skandal um die schwarzen Kassen von Helmut Kohl zu kämpfen hatte.

Sie wollte gerade gehen, als die Sache versiegt war. Merz und mehrere CDU-Spieler bereiteten damals einen neuen Deal vor. Merkel ließ sich nicht täuschen und eliminierte ihre Gegner nacheinander. Merz musste sich von seinen Träumen von einer großen Karriere verabschieden. Er ging verbittert. Er gründete eine auf Handelssachen spezialisierte Anwaltskanzlei und machte Millionen. Er ist nun der einzige alte Garde, der Merkels Herrschaft überlebt.

Zurückkehren

– Ein großes Comeback – schreiben die deutschen Medien und fragen sich, in welche Richtung die CDU nach Jahren der Verlagerung der Partei von der rechten Seite der politischen Szene in die Mitte gehen wird. Wie derzeit nach einer solchen Strategie bewertet wird, sind in den Ergebnissen der parteiinternen Abstimmung 400.000 Mitglieder der CDU deutlich zu erkennen. Helge Braun, langjähriger Vertrauensmann der Kanzlerin, der auch für das Amt des CDU-Chefs kandidierte, erhielt nur 12 Prozent. Stimmen. Und das bedeutet nicht weniger, als dass die große Mehrheit der Parteimitglieder Merkel für die Katastrophe bei der jüngsten Bundestagswahl verantwortlich macht. Die CDU erzielte in ihnen das schlechteste Ergebnis der Geschichte. Dazu beigetragen hat die erfolglose Kandidatur für Bundeskanzler Armin Laschet.

– Ich erwarte keine Einigungen mit Merkel. Das würde bedeuten, dass die Führung der Partei von Rachegelüsten getrieben wird, und dies wäre für einen Großteil der Wähler inakzeptabel – erklärt „Rzeczpospolita“-Prof. Werner Patzelt, ehemaliger Politikwissenschaftler der CDU. Das bedeutet nicht, dass viele von Merkels Fehlern vergessen werden, auch die schwerwiegendsten in Form der Entscheidung, Atomkraftwerke zu schließen und Grenzen für Massen von Flüchtlingen zu öffnen.

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– Es war ein großer Fehler, aber nicht weniger geringfügig, um die Proteste und die soziale Unzufriedenheit zu marginalisieren, die mit dem unkontrollierten Zustrom von Neuankömmlingen einhergingen. Eine solche Haltung hat dazu beigetragen, dass die Alternative für Deutschland, die derzeit die zweite politische Kraft in Ostdeutschland ist, an Popularität gewonnen hat – sagt Prof. Patzelt.

Vergebung

Merkel selbst lässt Kritik nicht zu. – Wir haben es geschafft – sie bewertete kürzlich die Entscheidung im Jahr 2015, die Grenzen zu öffnen, und fügte hinzu, dass sie sich an schlimme Dinge wie den Massenmissbrauch von Frauen durch Einwanderer in der Silvesternacht in Köln erinnert, die im selben Jahr endete.

– Es gibt keinen gesellschaftlichen Anlass, Merkel zu kritisieren, was auch in den Medien sichtbar wird – sagt „Rzeczpospolita“-Prof. Thomas Poguntke, Politikwissenschaftler, der sich mit der deutschen Politikszene beschäftigt. Weniger umstritten sei Merkels Entscheidung, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, die ohnehin nach Deutschland wollten. Auf der anderen Seite wächst das Bewusstsein für die damit verbundenen Auswirkungen in Form einer Attraktivitätssteigerung Deutschlands für aufeinanderfolgende Einwanderungswellen.

Merkel ist an diesen Diskussionen nicht mehr beteiligt. Zusammen mit seinem Kollegen und Freund bereitet er eine Biografie vor. Es erscheint in zwei Jahren und wird ein internationaler Bestseller, der dem Autor einen Millionenumsatz einbringen wird. Die neueste Statista-Umfrage zeigt, dass 80 Prozent. Die deutschen Bürger beurteilen das Vorgehen von Bundeskanzlerin Merkel während ihrer Regierungszeit positiv.

Aldrich Sachs

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